Gedanken zum 22. Sonntag A (Mt 16:21-27)

Unser Glücksprogramm!

Liebe Schwestern und Brüder,

wir alle haben unsere Programme für das glückliche Leben. Diese Glücksprogramme liegen den Erwartungen zugrunde, die wir an uns selbst und an andere stellen. Die meisten unserer Glücksprogramme konzentrieren sich auf Liebe, Ansehen, Erfolg, Leistung, Planung, Vorhersehbarkeit und die Befriedigung unserer Bedürfnisse. Sie sind die Mittel, mit denen wir versuchen, uns zu schützen und zu bekommen, was wir wollen.

Unsere Glücksprogramme funktionieren gut, bis sie aufhören zu funktionieren, und es wird einen Tag geben, an dem unsere Glücksprogramme versagen. An diesem Tag werden wir mit unserer eigenen Machtlosigkeit konfrontiert. Wir erkennen, dass wir die Kontrolle nicht mehr haben. Wir begreifen, dass wir nicht in der Lage sind, uns selbst oder andere zu retten. An diesem Tag leiden wir. Dieses Leiden kann uns jedoch die Augen öffnen, Herz und Verstand zu aktivieren für einen anderen Weg, für einen neuen Weg, für eine andere Art zu denken und zu handeln.

Im heutigen Evangelium hören wir so eine Situation, in der Petrus versucht, sein Programm für das Glück zu schützen.

Das ist es, was Jesus im heutigen Evangelium tut. Er bringt das Glücksprogramm des Petrus durcheinander. Jesus bringt all unsere Programme für das Glück durcheinander. Er sagt uns, das Kreuz sei der Weg zum Leben. Und das macht für die meisten von uns keinen Sinn. Es passt nicht in unsere Programme für das Glück.

Petrus hatte sich einen Messias gewünscht, der die militärische, wirtschaftliche und politische Situation Israels auf wundersame Weise verändern könnte. Petrus konnte zunächst die Verkündigung Jesu über sein Leiden und Sterben nicht akzeptieren. „Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!“ sagt Petrus. Wir könnten auch in Klammern hinzufügen: „auch nicht mit mir“. Er versucht, sein Programm für das Glück zu schützen. Er hat seinen Verstand eingerichtet: „Nicht auf göttliche Werte, sondern auf menschliche Dinge.“ 

Am vergangenen Sonntag hörten wir im Matthäusevangelium, dass Petrus Jesus erkannte und bekannte, als den „Messias, den Sohn des lebendigen Gottes“. Nun möchte Petrus, dass Jesus seinem Verständnis entspreche. Petrus nannte korrekterweise, wer Jesus ist, aber er hat diesen Namen missverstanden. Aber Jesus zeigte ihm, was Messias und seine Nachfolge bedeutet: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mt 16:24).

Das Kreuz passt nicht in unser Glückskonzept. Jeder normale Mensch ist darauf aus, sein Kreuz so schnell wie möglich abzulegen. Alles, was schmerzt, wollen wir loswerden. Wir meiden das Kreuz, wir fliehen vor ihm. Wir wollen unbeschwert leben!

Wir können nie wirklich verstehen, was es bedeutet, an Jesus als „den Messias, den Sohn des lebendigen Gottes“ zu glauben, zu bekennen oder ihm nachzufolgen, solange wir die Prioritäten unseres Lebens nicht anerkennen.

Aber die Belastungen, Schwierigkeiten, Verluste und Enttäuschungen, denen wir täglich begegnen, sind nicht unser Kreuz. Sie sind nicht Gottes Strafe für unsere Sünden oder sein Test für unsere Treue. Das Kreuz rechtfertigt nicht unsere Leiden in dieser Welt, es verwandelt sie. Uns selbst zu verleugnen, unser Kreuz auf uns zu nehmen und Christus nachzufolgen bedeutet, dass wir bereit sind, unsere selbst geschaffenen Programme für das Glück loszulassen.

Die Lasten und Kreuze des Lebens können uns auch stark machen. Sie helfen uns, zu wachsen und zu reifen. Sie zwingen uns, in die Tiefe zu gehen, zum tiefsten Grund. Dann erst erhalten wir den Überblick und finden Zufriedenheit und Glück in der Nachfolge Christi. Amen.

Suandei nus per plascher sin: