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Rusari dalla divina misericordia

+ Nies agid ei enten num dil Segner
Che ha fatg tschiel e tiara


Paternies 

Bab nos,
qual che Ti eis en tschiel,
sogns vegni fatgs il tiu num,
Tiu reginavel vegni tier nus.
Tia veglia daventi sin tiara sco en tschiel. Nies paun da mintga di dai a nus oz. Perduna a nus nos puccaus
sco nus perdunein a nos culponts.
E meina nus buc en empruament, mobein spendra nus dil mal. 
 
Salidada 

Salidada, seigies Ti Maria,
pleina da grazia, il Segner ei cun Tei. Ti eis benedida denter las dunnauns
e benedius ei il fretg da Tiu best Jesus. Sontga Maria, mumma da Diu,
roga per nus pucconts,
uss e sin l’ura da nossa mort.
Amen. 

Cardientscha 

Jeu creiel enten in Diu,
Bab tutpussent,
scaffider il tschiel e dalla tiara ed enten siu sulet sogn Fegl, nies Segner Jesus Cristus. 

Il qual ei retscharts dil sogn Spért, naschius da Maria purschala.
Ha endirau sut Pontius Pilatus,
ei vegnius crucifigaus, morts e satraus, ei ius giu enten ils uffiarns, 

il tierz di levaus si da mort en veta,
ei ius a tschiel e sesa da vart dretga dil Bab tutpussent, danunder ch’el vegn a vegnir per derschar sur vivs e morts. Jeu creiel enten il sogn Spért,
ina sontga catolica baselgia,
la cuminonza dils sogns,
la remischun dils puccaus,
la levada dalla carn e la veta perpetna.
Amen. 


Curals gronds (1x):
Bab perpeten, sin tiu tgierp e saung, l’olma e la divintad da tiu zun carezau Fegl Niessegner Jesus Cristus, unfreschel jeu per remischun da nos puccaus ed ils puccaus digl entir mund.

Curals pigns (10x):
Tras siu pitir dolorus
hagies cumpassiun cun nus ed il mund entir.

Per la finiziun (3x):
Sogn Diu, sogn e ferm Diu,
sogn ed immortal Diu, hagies cumpassiun cun nus ed il mund entir.

Gedanken zum 4. Fastensonntag Lesejahr A (Joh 9:1-41)

von Pfr. Mathew Kurian

Das Evangelium vom 4. Fastensonntag lädt uns ein, über die Begegnung zwischen Jesus, dem blind geborenen Mann, seinen Eltern und den Pharisäern nachzudenken, damit wir Jesus als das Licht der Welt erleben können. Licht erhellt Dunkelheit; es lässt uns Möglichkeiten erkennen.

Sünde und Krankheit!

Jesus und die Jünger sehen den Blinden von Geburt an und die Jünger wollen wissen, ob die Blindheit des Mannes eine Folge seiner persönlichen Sünde oder die Sünde seiner Eltern ist? Mit anderen Worten, hat dieser Mann eine Sünde begangen, als er sich noch im Mutterleib befand, wodurch er blind geboren wurde? 

Wer hat gesündigt? Wo ist die Sünde?

Wer hat gesündigt, dass so etwas passieren konnte? Ja, für sie ist es sonnenklar: Diese Behinderung, dieses Unglück, das kann nur die Strafe Gottes sein für eine Sünde. Dieses Denken ist uns gar nicht so fremd. Wie oft haben wir nicht auch schon gefragt: Was habe ich falsch gemacht, dass ich so von Gott gestraft werde?

Jesus Jünger sind besorgt oder glauben, dass, wenn jemandem etwas Negatives passiert ist, es das Ergebnis einer individuellen Sünde sein muss. Wir wollen eine Antwort auf menschliches Leiden finden und diese Antwort ist Sünde, aber es ist nicht immer Sünde. Wenn es große Schwierigkeiten oder Leiden gibt, muss es eine individuelle Ursache geben. 

Jesus bringt den Jüngern klare Sicht!

Jesus sieht das anders. Für ihn geht das Denken seiner Jünger in die ganz falsche Richtung. Was diese Männer da im Kopf haben, das ist nicht sein Gott. So wie sie von Gott denken, ist das nicht sein Vater. Ein anderes Gottesbild – Gott, der straft und hinrichtet?

Ein Mann wird blind geboren. Dies war weder eine Folge der Sünde seiner Familie noch seiner eigenen. Aber es war so, dass das herrliche Werk Jesu in seinem Leben gezeigt werden konnte. Dies ist geschehen, dieser Mann hat sein ganzes Leben in Blindheit verbracht, und jetzt gibt es diesen Moment, wo das Werk Gottes in seinem Leben so offensichtlich sein wird, dass die einzige Erklärung für seine Heilung ist – „Gott hat es getan“.

Die Jünger sehen einen Mann leiden und sehen nur Sünde, Jesus sieht einen Mann leiden und sieht nur die Möglichkeit für Gott, in seinem Leben zu wirken. Jesus sieht Hoffnung. Wo können wir Gottes Werk inmitten des Leidens sehen? Welchen Trost können wir haben, wenn Gottes Absichten weniger klar sind? Gott bringt Sicht!

Jesus bringt dem Blinden physische Sicht!

Dieser Blinde hört die Worte Jesu an die Jünger. Wahrscheinlich wurde ihm sein ganzes Leben lang auf irgendeine Weise gesagt, dass seine Blindheit ein Urteil oder ein Zeichen Gottes ist, weil er ihm missfällt. Und jetzt hört er, dass es für seine Blindheit einen anderen Zweck und einen anderen Grund gibt.

Gott ist nicht einfach böse auf ihn als Sünder. Er ist ein Gott, der im Leben derer arbeiten kann und tut, die ihn brauchen.Der Mann wird von Jesus dort getroffen, wo er ist. Jesus arbeitet daran, Heilung zu bringen.

Also heilt Jesus den Mann. Und beachtet, wie er es macht. Er macht etwas Schlamm mit seinem Speichel, salbt die Augen des Mannes damit und schickt ihn mit einem Wort weg: „Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach“ (Joh 9:8). Der Mann wäscht sich und kommt sehend zurück. Jesus Christus ist das Licht der Welt. Er bringt Licht dorthin, wo es dunkel war.

Körperliche Blindheit ist schlecht, aber geistige Blindheit ist schlimmer. Bei körperlicher Blindheit können andere Sinne dies ausgleichen, so dass die Person sich noch fortbewegen und leben kann. Bei geistiger Blindheit gibt es keine anderen Sinne, die kompensiert werden könnten. Verdunkelte Augen, verdunkelte Gedanken – Jesus wird sie beide erleuchten.

Befragung vertiefen die Sicht!

Obwohl die körperliche Schwäche des Mannes sofort wiederhergestellt wird, sein geistiger Anblick dauert länger. Der Mann wusste zu diesem Zeitpunkt anscheinend nicht viel über Jesus, außer dass er ihn heilte. Im Verlauf der Geschichte können wir sehen, wie seine Vorstellungen von Jesus allmählich klarer werden.

Infolge ihrer beharrlichen Inquisition hinterfragt er seine eigene Gleichgültigkeit. Als sie ihn fragten: „Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet?“, Antwortete der Mann: „Er ist ein Prophet“ (Joh 9:17). Er widersetzt sich der Ansicht der religiösen Führer, dass Jesus ein Sünder ist und sagt: „Wenn dieser Mensch nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können“ (Joh 9:33). Und am Ende der Geschichte glaubt er, dass Jesus „der Menschensohn“ ist.

Dieser Mann hatte getan, was richtig war, aber er wurde immer noch von den Pharisäern vertrieben. Seine Eltern haben Angst. Wenn sie Anzeichen des Glaubens an Jesus zeigen, laufen sie Gefahr, aus der Synagoge ausgeschlossen und aus ihrer Gemeinde ausgeschlossen zu werden. Allein, verlassen, bleibt er seiner inneren Überzeugung treu.

Jesus hörte, dass sie ihn vertrieben hatten. Jesus suchte den Mann auf und offenbarte sich ihm. Was für ein Treffen! Jesus hatte ihm sein Augenlicht gegeben, ihm aber später echte Schwierigkeiten bereitet, so viel Herzeleid, Schmerz, Trennung von seiner Familie, Vertreibung aus seiner Gemeinde. Für das Geschenk des Glaubens ist ein Preis zu zahlen. Der Glaube wächst inmitten von Prüfungen. Jesus hat die Augen des Mannes geistig geöffnet. Die Belohnung für die Frömmigkeit ist eine Beziehung zu Gott.

Jeder hat eine einzigartige Geschichte!

Jesus hätte diesen Mann mit einem Wort vollständig heilen können. Warum durchläuft der Blinde diesen aufwändigen Prozess? Jesus geht einfach auf etwas andere Weise auf jeden Menschen zu. Manche heilt er mit einem Wort, manche mit einer Berührung, manche beten vorher, manche nicht. Einige werden aus der Ferne geheilt, andere sehr nahe. Einige privat, andere öffentlich. Was wir hier haben, ist ein weiteres Beispiel für eine sehr einzigartige und persönliche Begegnung mit Jesus Christus. Genau wie dieser Mann hat jeder von uns, der den Namen Jesu Christi beansprucht, eine einzigartige und persönliche Geschichte – da sollen wir auch die Fragen beantworten: „Wie triffst du Jesus? Wie reagierst du auf ihn?“

Meine lieben, diese Geschichte ist reich an Symbolen: Licht und Dunkelheit, Sehen und Blindheit, Erleuchtung und Taufe. Im Fall des blind geborenen Mannes sahen die frühen Christen einen Zusammenhang zwischen Johannes 9 und der Taufe. Die Heilung fand in Schiloach statt – der Heilkraft des Wassers. Der heilige Augustinus erklärt: „Er wurde in Christus getauft“. Die Salbung und die Verwendung von Speichel, die dem Waschen vorausgingen, spielten ebenfalls eine Rolle bei seiner Heilung und wurden Teil der Taufzeremonie.

Gedanken zum 3. Fastensonntag Lesejahr A – (Joh 4:5-42)

vom Pfr. Mathew Kurian, Disentis

Das heutige Evangelium lädt uns ein, über die Geschichte der Begegnung zwischen Jesus und der Samariterin nachzudenken, damit wir Jesus als lebendiges Wasser erleben können. Da ist Jesus unterwegs und zieht durch das Gebiet der Samariter. Die Samariter wurden von den Juden als Ungläubige betrachtet. Und wer das Land der Ungläubigen betrat, machte sich selbst auch unrein. Jesus, als ein Jude, betritt nicht nur das Land, sondern bittet sogar noch eine Samariterin in der Mittagshitze um einen Schluck Wasser.

Der leere Wasserkrug: Der Durst! 

Es ist wichtig, auf die einleitenden Worte der Begegnung zwischen Jesus und der Samariterin zu achten. Es war die sechste Stunde – um 12 Uhr. Welche Frau einer traditionellen Kultur geht zum Brunnen, um mittags in der heißen Sonne Wasser zu schöpfen? Normalerweise holen sie Wasser entweder morgens oder abends gegen Sonnenuntergang. Wenn diese Frau nun selbst kommt, dann heißt das, dass sie nicht unbedingt auf andere Leute treffen will. Wir könnten also annehmen, dass die Samariterin entweder faul war oder anderen Frauen und ihren Gerüchten aus dem Weg ging, wahrscheinlich wegen ihres Lebensstils. Anscheinend hat sie nicht den besten Ruf. Sie ist ein Bild einer verwundeten Person-verwundet durch Beziehungen.

Sie ist gekommen, um Wasser zu schöpfen. Der leere Wasserkrug, den sie trug, wird dann zu einem Symbol ihrer eigenen inneren Leere. Sie versuchte, diese mit ihrer zweifelhaften Beziehung zu Männern zu befriedigen. Die innere Leere wurde aber nicht gefüllt. So könnte ihr Durst nach Wasser ein Symbol für ihren inneren Durst nach Gott sein, der sie zu Jesus ziehen wird.

Dies ist unsere eigene Geschichte. Wir sind auch verwundet. Wir sind durstig und versuchen die innere Leere tief in uns mit den Dingen der Welt zu füllen: Vergnügen, Macht und Besitz. Die Akzeptanz des Durstes ist der Beginn unserer christlichen Lebensreise. Da erzählt Jesus von diesem lebendigen Wasser, das nicht nur den alltäglichen Durst des Menschen stillt, sondern auch den Durst nach gelingendem, heilem und ewigem Leben.

Brunnen: Das Schild und die Einladung!

Uns wird gesagt, dass Jesus von Judäa nach Galiläa reiste und durch Samaria gehen musste. Der Ort der Begegnung war ein Brunnen. Wir könnten vielleicht sagen, dass Jesus tatsächlich am Brunnen auf diese Frau wartete. Und allein! „Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen“ (Joh 4:8). In einigen traditionellen Gesellschaften ist der Brunnen ein sehr wichtiger Ort für eine Begegnung, insbesondere zwischen jungen Männern und Frauen.

Im Alten Testament begegneten viele Patriarchen ihren zukünftigen Bräuten am Brunnen. Der Knecht Abrahams traf Rebekka, die zukünftige Frau von Isaak, an einem Brunnen (Gen 24:10-67). Jakob verliebte sich in Rahel am Brunnen (Gen 29:1-17). Ex 2:15-21 beschreibt, wie Mose seiner zukünftigen Frau Zippora an einem Brunnen begegnet.

Also, was hatte Jesus vor? Kein Wunder, dass die zurückkehrenden Apostel „überrascht waren, dass er mit einer Frau sprach“ (Joh 4:27). Können wir dann sagen, dass diese Passage uns kraftvoll sagt, dass Jesus wie ein Bräutigam ist, der sich auf uns als seine Bräute beziehen möchte?

Mit der Samariterin, die zum Brunnen kam, ist es Jesus, der die Begegnung initiiert. Es ist Gott, der uns zu ihm zieht, indem er in uns den Durst nach Transzendenz legt. Gott hat uns mit Verstand und Willen geschaffen, und er erwartet, dass wir diese Fähigkeiten nutzen, um auf ihn zuzugehen. Sobald wir eine Entscheidung getroffen haben, führt  uns Gott durch die Reise, indem er Hinweise gibt, die uns den Weg zeigen, den wir gehen müssen. Die Bitte Jesu an die Frau am Brunnen: „Gib mir zu trinken“ (Joh 4:7) ist der Vorschlag, den Gott jedem Menschen macht. Es ist seine Einladung, eine Beziehung mit ihm einzugehen.

Gespräch: Die Reise

Ein Glaubensgespräch – nicht in einem geschützten Raum, nicht in einem Gotteshaus, sondern an einem Brunnen, mitten auf der Straße, mitten unter den Menschen. Ein Gespräch, das heilt und Gottes Erfahrung bringt!

Die Erfahrung Gottes kommt oft in Stufen. Es ist eine Reise. Dies galt auch für die Samariterin. Als Jesus einen Dialog mit ihr aufnahm, war ihre unmittelbare Reaktion: „Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten?” (Joh 4:9). Diese Ablehnung kommt von ihrem verwundeten Selbst.  Sie betrachtet Jesus als einen Mann – einen Juden. Und wenn Jesus über Wasser spricht, denkt sie an normales Trinkwasser. Aber Jesus hat einen Plan für sie. Er wird nicht aufgeben. 

Ein interreligiöser Dialog – ohne Angst!

Glaubensvolles Handeln – nicht nach gesetzlichen Vorgaben und Bestimmungen, sondern einfach nach dem Herzen. Handeln ohne Grenzen, gegen alle Vorschriften – und genau das bewirkt das Heil.

Wenn Jesus sie auf persönlicher Ebene herausfordert und sie einlädt, tiefer zu gehen, erfährt sie Jesus tiefer: „Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist“ (Joh 4:19). Dabei interessiert sie sich für theologische Wahrheiten (Joh 4:20). Da erhielt sie eine neue Glaubenserfahrung und auch eine tiefe Erleuchtung; dann sagte sie: „Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte (Christus). Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden“ (Joh 4:25). Dies ist der Moment der Selbstoffenbarung Jesu gegenüber ihr: „Ich bin es, ich, der mit dir spricht“ (Joh 4:26). Dies ist der Höhepunkt der Begegnung zwischen der Frau und Jesus. Da spürt die Frau plötzlich: Da ist einer, der kennt mich genau. Er weiß, wie ich bin, er kennt meinen Lebenswandel, aber er verurteilt mich nicht. Er nimmt mich an in all meiner Not und Verzweiflung. Er schaut mich an in Güte und Liebe.

Wasser: Die Begegnung

Die ganze Geschichte der Samariterin dreht sich um das Thema Wasser. Es erinnert uns an das Wasser, das während der Taufe auf uns gegossen wurde. Aber es gab keinen Wasseraustausch. Das lebendige Wasser, von dem Jesus spricht, ist er SELBST. Und dieses Wasser zu empfangen bedeutet, IHN als den Sohn Gottes zu erfahren.

Die Samariterin scheint die Antwort auf all ihre Fragen gefunden zu haben. Keine weiteren Fragen. Keine Worte mehr. Als Nächstes hören wir, dass die Frau bereits auf dem Weg zurück zu den Menschen ist.

Zurück zum Volk: Bekehrung und Verkündigung!

Wir kommen zum Ende der inspirierenden Begegnung von Jesus und der Samariterin mit ihrer herzlichen Bekehrung. Als sie Jesus als „ich bin“ erlebte, war der Durst der Samariterin erfüllt. Sie brauchte den leeren Wasserkrug nicht mehr: „Da liess die Frau ihren Wasserkrug stehen, ….sagte zu den Leuten ….ist er vielleicht der Messias?” (Joh 4:28). Ihre Begegnung mit Jesus machte sie frei von ihrer Sucht, ihrer Bindung, und infolgedessen kehrte sie als Botin der „guten Nachricht“ zu den Menschen zurück.

Liebe Freunde, eine Begegnung mit Jesus kann auch in unser Leben Verwandlung bringen!

Wir werden in zwei Arten der Transformation eingeführt: 

Der erste Typ ist die individuelle Transformation. (Die Transformation der Samariterin)

Der zweite Typ ist die Transformation der Gemeinschaft. (Die Transformation des Dorfes)

Auf eine authentische Begegnung folgt immer eine individuelle Transformation sowie eine Transformation der eigenen Gemeinschaft.

Mariuschla Antonia (Ursulina) Wetter-Jacomet

Il Signur sur veta e mort ha clamau ord questa veta vi ella perpetnadad:

Mariuschla Antonia (Ursulina) Wetter-Jacomet

(28-01-1942 – 10-03-2020)

Raveras / Center da sanadad Puntreis

Survetsch divin da cumiau:

Il survetsch divin funeral e la sepultura han liug el ravugl dalla famiglia. Muort las restricziuns en connex cul virus da corona san deplorablamein mo ils parents assister allas funcziuns.

Rusari da morts:

Ei vegn recitau negin rusari. Nus supplichein da seregurdar dalla defuncta ell’oraziun da casa.

Messa dil tierz:

Gliendisdis-Pastgas, ils 13 d’avrel allas 9.30 a s. Gions

La  defuncta ruaussi en pasch

L’urna dalla defuncta ei naven da venderdis sera, ils 3 d’avrel en caplutta

Gedanken zum 2. Fastensonntag Lesejahr A

vom Pfr. Mathew Kurian, Disentis

Am zweiten Fastensonntag meditieren wir über die Verklärung des Herrn auf dem Berg Tabor. Dieser Berg ist der Mittelpunkt dieses Ereignisses der Verklärung. Berge spielen im Leben Jesus überhaupt eine große und wichtige Rolle. Er geht auf die Berge, um sich zurückzuziehen, um allein zu sein, um zu beten.

Die Erzählung der Verklärung Jesu aus dem Matthäusevangelium besteht aus drei Teilen:

1. Den Berg hinaufgehen

2. Der Moment der Gnade auf dem Berg 

3. Mit den Früchten dieser Erfahrung den Berg hinunterkommen

Lasst uns über diese drei Aspekte der Evangeliumsgeschichte nachdenken und sehen, was sie für uns heute bedeuten könnten, insbesondere bei unserer Vorbereitung auf Ostern. 

1. Den Berg hinaufsteigen: Die Phase der Vorbereitung

Das Evangelium von Aschermittwoch schlug ein Programm für die spirituelle Reise der Fastenzeit vor: „Fasten, Gebet und Almosengeben“. Diese drei „Strategien“ sind nicht nur für die Fastenzeit relevant, sondern für unser gesamtes christliches Leben. Die Fastenzeit ist nur eine intensive Art, unser christliches Leben zu leben.

Daher sind Fasten, Gebet und Almosengeben Wege, um über uns hinauszugehen und unser Herz ganz auf Gott auszurichten (vertikale Dimension – im Gebet) und unsere Hände zu unseren Nachbaren auszustrecken (horizontale Dimension – in Nächstenliebe). Diese beiden Dimensionen unserer christlichen Lebensreise sind wie ein Aufstieg auf den Berg und ein Abstieg.

Was sagt uns der heutige Evangeliumstext über den Aufstieg auf den Berg etwas präziser; über das christliche Gebet?

Mindestens drei Punkte werden mir klar:

Erstens: Es ist Jesus, der „Petrus, Johannes und Jakobus mitgenommen hat und den Berg hinaufgegangen ist, um zu beten“. Es ist Gott selbst, der uns ermöglicht, ihm im Gebet zu suchen. So wie es Gott war, der Abram einlud, einen Bund mit ihm einzugehen (Gen 15:5-12), so wie es Gott war, der Mose auf den Berg einlud (Ex 24:12-18; 34:2), so wie es Gott war, der Elija auf den Berggipfel einlud (1. Kön 19:11-13), ist es Gott, der uns einlädt, im Gebet eine Beziehung mit ihm einzugehen.

Zweitens: Im Gegensatz zu den alttestamentlichen Berichten über die Begegnung Gottes mit Menschen wie Abram, Moses und Elia nimmt Jesus im Neuen Testament drei seiner Apostel mit. Auf dem Berg gibt es eine Gemeinde. Auch wenn Gott uns persönlich einlädt, ihm zu begegnen, geschieht dies oft im Kontext der Gemeinschaft.

Und drittens: Es liegt an uns, auf die Einladung Gottes zu antworten. Petrus, Johannes und Jakobus antworten auf die Einladung Jesu, den Berg hinaufzugehen.

2. Der Moment der Gnade auf dem Berg: Eine Erfahrung der Einzigartigkeit Jesu

Auf dem Berg sind die drei Jünger privilegiert, um eine Theophanie zu bezeugen, obwohl sie nicht in der Lage sind, Gott selbst zu sehen. Der Apostel Matthäus sagt uns: „Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus“ (Mt 17:3). Sie sehen Jesus in der Gesellschaft von zwei grossen Männern aus der Geschichte Israels: Mose und Elija. Mose steht für das Gesetz und Elija für die Propheten. Dies verdeutlicht, dass Jesus die Erfüllung des Alten Testaments ist.

Matthäus sagt uns, dass Elija und Mose körperlich anwesend waren, also akzeptieren wir einfach, dass Gott erwecken kann, wen er will, wann immer er will. Das Thema des Gesprächs zwischen Jesus und den beiden grossen Persönlichkeiten ist „sein Tod, den er in Jerusalem vollbringen sollte“ (Lk 9:31). Sie sprachen über Jesus – sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung! Sie sprachen über das Evangelium!

Die Reaktion von Petrus auf diese Theophanie ist „Verwirrung“ und die Unfähigkeit die Tiefe dieses Ereignisses zu verstehen. Petrus schlägt Jesus vor, „drei Hütten zu bauen…“ (Mt 17:4). Er setzt Jesus mit Mose und Elija gleich.

Was dann folgt- „eine leuchtende Wolke“ ist eine klare Deklaration, wer Jesus wirklich ist. Aus der Tradition des Buches Exodus ist die Wolke ein starkes Symbol für die Gegenwart Gottes (Ex 24:17; 1 Kön 8:11).  Als ob dies nicht genug wäre: aus der Wolke rief eine Stimme: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören” (Mt 17:5). Dies ist Gottes Erklärung an die Welt, dass Jesus nicht nur sein Sohn ist, sondern derjenige, der die Sünden der Welt am Kreuz tragen würde. Dies war für die Jünger eine Erfahrung, die Gott in der Person Jesu erlebte.

Den Berg hinaufzugehen ist unsere Willensentscheidung um auf die Einladung Gottes zu reagieren. Aber was tatsächlich auf dem Berggipfel passiert, ist Gnade Gottes. Die Erfahrung Gottes kann vergänglich sein. Wir können nicht daran festhalten. Wir können unsere Zelte nicht auf dem Berggipfel aufschlagen. Aber seine Nachwirkung tragen wir zu unseren täglichen Begegnungen mit.

3. Mit den Früchten dieser Erfahrung den Berg hinunterkommen: Nachdenken und weitertragen

Wie kommt es zur Nachwirkung? Erstens durch Stille und Kontemplation. Lukas sagt uns in seinem Evangelium: „Die Jünger schwiegen und erzählten zu dieser Zeit niemandem, was sie gesehen hatten“ (Lk 9:36b). Gottes Erfahrung lädt uns zum Schweigen und Nachdenken ein, damit die Auswirkungen der Erfahrung vertieft werden können.

Zweitens ist diese Stille nicht unbedingt eine dauerhafte Isolation von der Welt. Es ist auch etwas, das auf den Marktplatz, in unser tägliches Leben, in unsere Häuser, an den Ort der Arbeit und des Studiums übertragen wird.

Die spirituellen Übungen der Fastenzeit sollen uns die Möglichkeit bieten, Gott tiefer zu erfahren und diese Erfahrung in unsere Begegnung mit Menschen zu tragen. Lasst uns beten, dass wir in den kommenden Tagen für diese Möglichkeit offen sind.

Gedanken zum 1. Fastensonntag Lesejahr A (Mt 4:1-11)

Am Mittwoch haben wir die Fastenzeit begonnen, die unsere Vorbereitung auf die Osterfeier – das Fest der Auferstehung Jesu – ist.

Warum sollten wir vierzig Tage fasten?

“Vierzig” ist ein Symbol für eine Generation, also für ein ganzes Leben. Das Volk Israel war vierzig Jahre lang in der Wüste (Dt 8:2). Die Zahl 40 steht zudem für eine Zeit des Gebets: Mose verbrachte 40 Tage in Gemeinschaft mit Gott auf dem Berg Sinai (Ex 24: 17-18; 34-28). Vierzig steht auch für die Reise eines jeden Menschen zum Berg Gottes: Elia wandelte „vierzig Tage und vierzig Nächte lang bis er Horeb, Gottes Berg, erreichte“ (1. Kön 19:8). Es ist diese Reise, an die uns die Fastenzeit erinnert! Am Beginn seines öffentlichen Wirkens wird Jesus 40 Tage in der Wüste vom Satan in Versuchung geführt. Die Erzählung der Versuchung Jesu in den Evangelien ähnelt jener des Volkes Israel in der Wüste und es ist auch unserer eigene Kampf heute.

Die erste Versuchung:

Der Versucher kam zu Jesus und sagte: „Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird“ (Mt 4:3).

Der Hunger war die erste Prüfung für das Volk Israel in der Wüste (Dtn 8:3). Dies war kurz nach ihrer wundersamen Durchquerung des Roten Meeres (Ex 16). Als sie hungrig waren, hatten sie die Versuchung, nach Ägypten zurückzukehren (Ex 16:3). Der Herr erinnert sie daran, dass er in der Lage ist, ihnen Brot vom Himmel zu geben, denn der Mensch lebt nicht nur von Brot.

Jesus antwortete darauf: In der Schrift heisst es: „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.” (Dtn 8:3).

Angesichts des Hungers nutzt Jesus nicht seine eigene Kraft, um sich selbst zu überzeugen. Das Wort Gottes war wichtig im Leben Jesu. Es stützte ihn und half ihm in Zeiten der Versuchung. 

Die zweite Versuchung:

Dann brachte ihn der Teufel in die heilige Stadt und liess ihn auf dem höchsten Punkt des Tempels stehen: „Wenn du Gottes Sohn bist“, sagte er, „so stürz dich hinab, denn es heisst in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuss nicht an einen Stein stösst.“ (Ps 91:11-12).

Satan versuchte, Zweifel an der Identität Jesu zu wecken. Jesus wusste, was er tun musste, um den Plan des Vaters zu erfüllen. Er musste nach Jerusalem gehen, leiden und getötet werden (Mt 16:21). Hier prüft Satan den Gehorsam Jesu. In diesem Fall benutzt Satan sogar die Schrift, um Jesus zu prüfen.

Jesus antwortete ihm: In der Schrift heisst es auch: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen” (Dtn 6:16).

Bemerkenswert ist, dass Satan die Schrift absichtlich falsch zitiert. Da Jesus die Schrift zitiert hat, benutzt Satan sie auch als Waffe.

Die dritte Versuchung: 

Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: „Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.“ (Mt 4:8,9).

Hier prüft Satan die Hingabe Jesu, wem er dienen würde. Wen du verehrst, dem dienst du. Satan forderte von Jesus nur seine Anbetung, nicht seinen Dienst. Aber Jesus wusste, dass wir den anbeten werden, dem wir dienen. Anbetung und Dienst müssen zusammen gehen. Da sagte Jesus zu ihm: In der Schrift steht: „Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“ (Mt 4:10).

Der Teufel, bekannt als der Versucher, prüfte Jesus in drei verschiedenen Bereichen der Hingabe. Er testete sein Gehör, sein Herz und seine Hände. Jesus reagierte auf die Versuchungen Satans mit dem Wort Gottes. Die Schrift – die Bibel – war das „Schwert“, die geistige „Waffe“, die Jesus gegen die Versuchungen des Teufels einsetzte.

Die Antwort Jesu sagt uns, dass wir auf Gott hören sollen. Auf Gott zu hören ist wie Nahrung für die Seele. Das Wort Gottes ist das Brot des Lebens. Das Wort Gottes gibt uns Sicherheit und sichert uns die Erfüllung zu. Jesus sagt: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“(Mk 13:31).

Material da cureisma

Cun mesjamna dalla tschendra ha il temps da cureisma entschiet, v.d. ils curonta dis da preparaziun per l’jamna sontga e Pastgas. Il tema dalla cureisma d’uonn secloma: “Jeu raccoltel quei che jeu semnel”.

Vus haveis retschiert il material da cureisma cul satget d’unfrenda che vegn prida si la dumengia da palmas. Nus recumandein gia oz quell’unfrenda sco segn da solidaritad per nos concarstgauns en miseria. Tgi che ha buca retschiert il material da cureisma per posta sa sesurvir en pierti-baselgia.

Gedanken zum 7. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A (Mt. 5, 38-48)

vom Pfr. Mathew Kurian, Disentis

Die sogenannte Bergpredigt ist im Matthäusevangelium in den Kapiteln 5 bis 7 enthalten. Sie beginnt mit den Seligpreisungen – eine positive Zusage an die Zuhörer und endet mit der eindringlichen Forderung, dass jeder unserer Mitmenschen so zu behandeln ist, wie wir selbst behandelt werden wollen.

Die Bergpredigt war nicht als soziale Ethik gedacht, sondern als Modell dafür, dass wie wir als Kinder Gottes leben und als Brüder und Schwestern in Christus eins zu eins miteinander umgehmen sollen.

Was sagt diese Passage zu uns?

Hier geht es nicht so sehr um den Feind, den Verfolger oder den Bettler. Es geht um das Leben des Nachfolgers Christi. Jesus sagt uns, wie wir leben sollen. Es geht um uns. Jesus spricht zu uns darüber, was wir tun sollen.

Das erste, was wir aus dieser Passage entnehmen ist, dass wir keine Erlaubnis haben, wenn wir versuchen, Jesus nachzufolgen. Auch wenn wir mit schwierigen und schädlichen Menschen zu tun haben. Wir sollten sich nicht von ihnen verletzen lassen, wenn wir behaupten, dass wir durch Jesus aufgerufen sind, ihn nachzufolgen und Gott die ganze Zeit durch uns wirken zu lassen.

Aber wenn wir Jesus wirklich nachfolgen wollen, müssen wir das Herz Gottes in unseren eigenen Herzen pflegen. Nur dann kann man die Zusage Jesus verstehen: “Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.” Jesu Aufforderung zur Feindesliebe und seine Aufforderung, dem Bösen nicht zu widerstehen, sind das Grundelement der Anhänger Jesus.

Eine grosse Überforderung? Freunde kann man lieben, aber doch keine Feinde, oder? Das ist nicht einfach. Gar nicht so einfach. Zumindest nicht für mich und vielleicht nicht für einige von euch: Feinde lieben. 

Aber es ist der Bestandteil des Nachfolgers.

Ich verstehe es so: Nach dem Vorbild Jesus zu lieben. Diese Liebe ist aktive, und auch tägliche Liebe – beneidet nicht, prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie ist nicht unanständig, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles (1. Korinther 13:4-7).

Vor allem!

Wir lassen uns nicht von hasserfüllten Menschen hässlich machen.

Wir lassen uns nicht von giftigen Menschen giftig machen.

Manchmal bedeutet es, Menschen zu lieben, auch wenn wir sie nicht mögen.  Jesus zeigt seinen Jüngern, dass jeder Mensch zum Nächsten werden kann. Er mag sogar ein persönlicher Feind sein. Wenn er mir begegnet – dann soll ich ihn behandeln wie meinen Nächsten.

Das zu tun ist dem natürlichen Menschen unmöglich. Er ist nicht in der Lage, seinen Feind zu lieben. Auch hier wird deutlich, dass sich der Herr Jesus an wahre Jünger wendet. Sie haben ein neues Leben, das sogar imstande ist, die Feinde zu lieben. 

Jemand, der sich der Liebe Gottes sicher ist, fürchtet sich nicht, sich dem Bösem mit Gutem zu widersetzen.