Gedanken zum 1. Fastensonntag Lesejahr A (Mt 4:1-11)

Am Mittwoch haben wir die Fastenzeit begonnen, die unsere Vorbereitung auf die Osterfeier – das Fest der Auferstehung Jesu – ist.

Warum sollten wir vierzig Tage fasten?

“Vierzig” ist ein Symbol für eine Generation, also für ein ganzes Leben. Das Volk Israel war vierzig Jahre lang in der Wüste (Dt 8:2). Die Zahl 40 steht zudem für eine Zeit des Gebets: Mose verbrachte 40 Tage in Gemeinschaft mit Gott auf dem Berg Sinai (Ex 24: 17-18; 34-28). Vierzig steht auch für die Reise eines jeden Menschen zum Berg Gottes: Elia wandelte „vierzig Tage und vierzig Nächte lang bis er Horeb, Gottes Berg, erreichte“ (1. Kön 19:8). Es ist diese Reise, an die uns die Fastenzeit erinnert! Am Beginn seines öffentlichen Wirkens wird Jesus 40 Tage in der Wüste vom Satan in Versuchung geführt. Die Erzählung der Versuchung Jesu in den Evangelien ähnelt jener des Volkes Israel in der Wüste und es ist auch unserer eigene Kampf heute.

Die erste Versuchung:

Der Versucher kam zu Jesus und sagte: „Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird“ (Mt 4:3).

Der Hunger war die erste Prüfung für das Volk Israel in der Wüste (Dtn 8:3). Dies war kurz nach ihrer wundersamen Durchquerung des Roten Meeres (Ex 16). Als sie hungrig waren, hatten sie die Versuchung, nach Ägypten zurückzukehren (Ex 16:3). Der Herr erinnert sie daran, dass er in der Lage ist, ihnen Brot vom Himmel zu geben, denn der Mensch lebt nicht nur von Brot.

Jesus antwortete darauf: In der Schrift heisst es: „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.” (Dtn 8:3).

Angesichts des Hungers nutzt Jesus nicht seine eigene Kraft, um sich selbst zu überzeugen. Das Wort Gottes war wichtig im Leben Jesu. Es stützte ihn und half ihm in Zeiten der Versuchung. 

Die zweite Versuchung:

Dann brachte ihn der Teufel in die heilige Stadt und liess ihn auf dem höchsten Punkt des Tempels stehen: „Wenn du Gottes Sohn bist“, sagte er, „so stürz dich hinab, denn es heisst in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuss nicht an einen Stein stösst.“ (Ps 91:11-12).

Satan versuchte, Zweifel an der Identität Jesu zu wecken. Jesus wusste, was er tun musste, um den Plan des Vaters zu erfüllen. Er musste nach Jerusalem gehen, leiden und getötet werden (Mt 16:21). Hier prüft Satan den Gehorsam Jesu. In diesem Fall benutzt Satan sogar die Schrift, um Jesus zu prüfen.

Jesus antwortete ihm: In der Schrift heisst es auch: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen” (Dtn 6:16).

Bemerkenswert ist, dass Satan die Schrift absichtlich falsch zitiert. Da Jesus die Schrift zitiert hat, benutzt Satan sie auch als Waffe.

Die dritte Versuchung: 

Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: „Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.“ (Mt 4:8,9).

Hier prüft Satan die Hingabe Jesu, wem er dienen würde. Wen du verehrst, dem dienst du. Satan forderte von Jesus nur seine Anbetung, nicht seinen Dienst. Aber Jesus wusste, dass wir den anbeten werden, dem wir dienen. Anbetung und Dienst müssen zusammen gehen. Da sagte Jesus zu ihm: In der Schrift steht: „Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“ (Mt 4:10).

Der Teufel, bekannt als der Versucher, prüfte Jesus in drei verschiedenen Bereichen der Hingabe. Er testete sein Gehör, sein Herz und seine Hände. Jesus reagierte auf die Versuchungen Satans mit dem Wort Gottes. Die Schrift – die Bibel – war das „Schwert“, die geistige „Waffe“, die Jesus gegen die Versuchungen des Teufels einsetzte.

Die Antwort Jesu sagt uns, dass wir auf Gott hören sollen. Auf Gott zu hören ist wie Nahrung für die Seele. Das Wort Gottes ist das Brot des Lebens. Das Wort Gottes gibt uns Sicherheit und sichert uns die Erfüllung zu. Jesus sagt: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“(Mk 13:31).

Suandei nus per plascher sin: