Gedanken zum 18. Sonntag im Jahrkreis A (MT 14:13-21)

Brotvermehrung: Gesegnet, gebrochen, gegeben

Das Wunder der Brotvermehrung wird in allen vier Evangelien erwähnt (Mt 14:13-21; Mt 15:32-38; Mk 6:32-44; Lk 9:10-17; Joh 6:1-13). Die grundlegenden Fakten sind recht ähnlich, aber es gibt auch einige Unterschiede im Detail. Mehrere Speisegeschichten spiegeln ein gemeinsames Thema in den Schriften Israels wider.

Die Ernährungsgeschichten in den Evangelien erinnern an die Erzählungen von Elija und der Witwe von Sarepta (1 Kön 17:8-16) und Elischa, der hundert Menschen ernährt (2 Kön 4:42-44), und das an Manna in der Wüste (Ex 16; Num 11). Jesaja spricht von dem Überfluss an Essen, Getränken und reichhaltiger Nahrung für diejenigen, die kein Geld haben, um sie zu kaufen (Jes 55:1-2). Der Segen Jesu und das Brechen des Brotes gleich den Berichten des Evangeliums über sein letztes Abendmahl mit seinen Jüngern (Mt 26:26; I Kor 11:23-24; Lk 24:30).

Der abgelegene Ort

Nach Matthäusevangelium zieht sich Jesus selbst in „eine einsame Gegend“ zurück. Biblisch gesehen bedeutet ein „abgelegenen Ort“- ein Ort der Einsamkeit und Stille. Jesus wählte diese Orte. Gibt es überhaupt einen abgelegenen Ort?

Die Erwähnung vom „abgelegenen Ort“ lädt den Zuhörer ein, über eine weitere starke biblische Metapher nachzudenken.

Für mich, als Jünger Jesu Christi, bedeutet ein „abgelegener Ort“: Es war ein verlassener Ort, an dem sich jene Menschen versammelten, die von ihren eigenen Eltern verlassen worden waren. Es war ein vernachlässigter Ort, an dem sich jene Menschen versammelten, die von ihren Nachbarn unbeachtet waren. Es war ein vernachlässigter Ort, an dem sich jene Menschen versammelten, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden.

Es war ein leerer Ort, an dem sich jene Menschen versammelten, die sich in ihrem Leben bedeutungslos fühlten. Es war ein abgelegener Ort, an dem sich jene Menschen versammelten, die keine Unterkunft hatten. Es war ein abgelegener Ort, an dem sich jene Menschen versammelten, die wegen ihrer Krankheit und ihrer Behinderung isoliert waren. Es war ein einsamer Ort, an dem sich jene Menschen versammelten, die in ihrem Leben keine Gesellschaft hatten.

Die Menge folgte Jesus zu Fuß aus den Städten

Diese Arten von Menschen versammelten sich, weil sie hörten, dass Jesus an einen abgelegenen Ort gehen würde. Sie folgten Jesus ‚zu Fuß‘ aus ihren Städten. Die Menschen ergriffen die Initiative und bemühten sich Jesus von ihren Städten und nicht von ihren Dörfern aus zu erreichen. Jesus ist an einem abgelegenen Ort anwesend für diejenigen, die vom Einzelnen, von der Gemeinschaft und von der Welt verlassen sind. „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“ (Mt 11:28).

Jesus sah die Menschenmenge. Er war von Mitleid bewegt. Sie sind zu Jesus gekommen, um ihr weiteres Leben zu ihm übergeben. Jesus schaut jeden von uns auch mit Mitleid an!

Gebt ihr ihnen zu essen

Die Jünger sind besorgt um die Menschenmengen und sagten zu Jesus: „Schick doch die Menschen weg“. Jesus will nicht die Menge hungrig weggehen lassen und will ihren Hunger stillen. Er fordert von den Jüngern: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Wir leben in einer Welt voller hungriger Menschen und beten, dass Jesus etwas tun möge. Er antwortet: „DU gibst ihnen etwas zu essen“. Die Kirche hat sich dieser Herausforderung oft gestellt und Menschen in den entlegensten Winkeln der Welt mit Nahrung, Kleidung, Unterkunft und Medikamenten versorgt.

Fünf Brote und zwei Fische

 Die Jünger antworten: „Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische bei uns.“ Die Jünger betonen nicht, was sie haben, sondern was sie nicht haben. Sie sehen keine Möglichkeiten, sondern Probleme. In den Händen der Jünger sind fünf Brote und zwei Fische nicht viel, aber hier sind andere Hände – Jesus‘ Hände. Die Jünger haben fünf und zwei hinzugefügt und sieben bekommen. Sie müssen lernen, bis acht zu zählen. Jesus sagt: „Bringt sie her!“ Auch wir müssen lernen, bis acht zu zählen.

Gott braucht unsere Hände oder unseren Anteil, um das Wunder zu tun. Unsere persönlichen Bemühungen, ein wenig (fünf Brote und zwei Fische) von dem, was wir haben, an Gott zu verschenken, kann eine reiche Erfahrung, ein Wunder, bewirken.

Ins Gras setzen

Jesus wird aktiv, sobald die Jünger ihm die fünf Brote und zwei Fische bringen. Zuerst befiehlt er ihnen, sich auf das Gras zu setzen. Wir lesen in den Psalmen 23:2 „er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser“. Jesus, der Gute Hirte, sagte den Menschen, sie sollten sich auf das Gras, eine grüne Weide, setzen. Jesus schenkt ihnen ein Leben im Überfluss. Die beladenen Menschen brauchen nirgendwohin zu gehen. Das Leben im Überfluss ist am Fuße Jesu verfügbar.

Dann schaut er zum Himmel und segnet und bricht die Brote. Wenn Jesus für das Brot dankt und es zur Verteilung bricht, tut er das, was ein jüdischer Mann normalerweise zu Beginn einer Mahlzeit für die Familie tun würde. 

Alle assen und wurden satt

Als die Jünger die übriggebliebenen Brotstücke einsammelten, wurden zwölf Körbe voll“ Zwölf ist eine wichtige biblische Zahl. Es gab zwölf Stämme Israels und zwölf Apostel. Die Zahl zwölf scheint auf eine Art geistliche Vollständigkeit hinzuweisen. 

Was für großartige Prinzipien lehrt uns dieser Abschnitt über unseren Herrn! 

Zuerst müssen wir alle Verzweiflung bereuen; denn Ihm ist alles möglich. Zweitens sollten wir sicherstellen, dass wir über die Dinge besorgt sind, über die er in dieser Situation helfen will. Drittens müssen wir das, was wir haben, zu Jesus bringen. Und schließlich müssen wir lernen, auf sein perfektes Timing geduldig zu warten, wenn wir ihm vertrauen. Für ihn ist nicht unmöglich! Amen.

Suandei nus per plascher sin: