Gedanken zum Dreifaltigkeitssonntag A (Joh 3:16-18)

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

An diesem Sonntag nach dem Pfingstfest feiert die Kirche erneut ein weiteres großes und sehr wichtiges Hochfest, eines, das den zentralen Grundsatz und die Besonderheit unseres christlichen Glaubens betrifft, nämlich den Glauben an Gott, der in drei göttlichen Personen existiert und doch gleichzeitig auch eins und unteilbar ist. Und deshalb feiern wir an diesem Sonntag das Hochfest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

An diesem Tag richten wir unsere Aufmerksamkeit und Verehrung auf Gott, der uns gegenüber immer liebevoll, barmherzig und mitfühlend ist. Gott, der eins ist und nur eins, aber in drei verschiedenen Personen existiert, nämlich dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wir glauben nicht an drei verschiedene Götter– das ist das häufigste Missverständnis über die Heiligste Dreifaltigkeit. Wir glauben, dass es zwar einen Unterschied zwischen Gott dem Vater, Gott dem Sohn und Gott dem Heiligen Geist gibt, dass sie jedoch in vollkommener Einheit und Harmonie miteinander existieren, als der eine und einzige wahre Gott. Drei göttliche Personen, aber eine Einheit in einer Gottheit. Darum geht es bei der Heiligsten Dreifaltigkeit.

Wir können klar zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist unterscheiden. Aber gleichzeitig sind sie auch vollkommen vereint als eins, wie eine brennende Kerze. Eine brennende Kerze hat drei wichtige Haupteigenschaften; nämlich das von der Kerze erzeugte Licht, die von der Kerze erzeugte Wärme und die von der brennenden Kerze erzeugte Flamme. Alle diese drei sind nicht voneinander zu trennen und doch sind sie auch leicht voneinander zu unterscheiden.

Die Kerze kann ohne die brennende Flamme kein Licht haben. Und ohne die Flamme kann es auch keine Wärme geben. Und ohne Wärme kann es auch keine Flamme geben, die die Kerze überhaupt erst zum Brennen bringt, und mit der Wärmeenergie kommt Licht, das durch die Wärme der Reaktionen beim Verbrennen des Kerzenwachses entsteht. Und schließlich macht es ohne Licht keinen Sinn, dass eine Kerze brennt, weil die Flammen immer Licht und Wärme erzeugen.

Wir können an diesem Beispiel sehen, wie Flamme, Licht und Wärme leicht voneinander unterschieden werden können. Da unterscheidet sich das Licht deutlich von der Wärme und die Flamme wird selbst vom Licht unterschieden. Die Flamme hat eine begrenzte Form, aber das Licht erhellt den gesamten Raum weit über die physische Reichweite der brennenden Flamme hinaus. Und die Wärme ist an unseren Körpern spürbar, wenn wir in der Nähe der brennenden Kerze stehen. Dennoch können die beiden nicht voneinander getrennt werden, sonst hätten wir keine brennende Kerze.

Die Notwendigkeit des Glaubens an die Dreifaltigkeit in der christlichen Tradition ergibt sich aus der Wahrheit, dass der christliche Gott ein realer und konkreter Gott ist. Er ist ein Gott, auf den ich mich auf persönliche Weise beziehen kann. Die Dreifaltigkeit ist kein Gott, der distanziert und unpersönlich bleibt.

Das Wort Dreifaltigkeit ist ein Versuch, von der Vielfalt unserer Erfahrung von Gott als Familienbeziehungen zu sprechen: Vater und Sohn. Es liegt in der Natur der Liebe zu geben. In der Dreifaltigkeit Gottes gibt die Liebe. Gott gibt uns sowohl gemeinsam als auch individuell. 

Die Kirche ist das Reich…

… des Vaters. Sie ist ein Werk der Schöpfung.

… des Sohnes. Sie ist ein Erlösungswerk und Offenbarung der Liebe Gottes.

… des Heiligen Geistes. Sie ist ein Werk der Heiligung und Erleuchtung des Verstandes.

Was hat uns das Fest der Heiligen Dreifaltigkeit zu sagen? Es sagt uns etwas darüber: Kreativ zu sein –wie der Vater. Kreative Lösungen für unsere eigenen Schwierigkeiten und die der anderen zu finden. Es fordert uns heraus, in unserem Leben kreativ zu sein.

Erlösend zu sein –wie der Sohn. Jeder von uns hat individuelle Talente, die uns wie Jesus befähigen, andere aus der Knechtschaft zu befreien, andere aus der Einsamkeit zu befreien, einen Nachbarn oder Verwandten aus der Not zu erlösen.

Ein Heiligmacher zu sein –das ist schwierig, denn es gibt nur einen Heiligmacher, den Heiligen Geist. Eine der am leichtesten vergessenen Wahrheiten unseres Glaubens ist, dass wir weder uns selbst noch andere heilig machen können. Welchen Anteil haben wir also an der Heiligung? Sind wir in der Lage, die liebevolle Einheit der drei göttlichen Personen in unseren eigenen christlichen Gemeinschaften nachzuahmen, die in Liebe und Harmonie miteinander vereint sind? Dazu benötigen wir die Gaben des Heiligen Geistes.

Liebe Schwestern und Brüder, lasst uns unseren Gott, die Allerheiligste Dreifaltigkeit, noch einmal mit dem Gebet ehren: „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit“. Amen.

Suandei nus per plascher sin: